Deutscher Brückenbaupreis 2010
Preisträger: Elbebrücke Mühlberg und Stadthafenbrücke Sassnitz
Die Elbebrücke bei Mühlberg an der Landesgrenze Brandenburg/Sachsen in der Kategorie „Straßen- und Eisenbahnbrücken" und die Stadthafenbrücke Sassnitz auf der Insel Rügen in der Kategorie „Fuß- und Radwegbrücken" sind die Gewinner des ergebenen Deutschen Brückenbaupreises 2010. Als maßgeblich verantwortliche Ingenieure wurden Dipl.-Ing. Wolfgang Eilzer sowie Prof. Dr. Mike Schlaich und Dipl.-Ing. Andreas Keil ausgezeichnet.Dipl.-Ing. Wolfgang Eilzer ist beim so- genannten Auge von Mühlberg eine Kombination aus innovativer Konstruktionsidee und schlichter Eleganz gelungen. Die 700 m lange Elbebrücke erfüllt auch ökologische Vorgaben optimal. Die Flussquerung, etwa mittig zwischen den Elbbrücken bei Riesa und Torgau gelegen, ist als 12-feldrige Deckbrücke konzipiert. Hierbei wurde für den Strombereich ein klassischer Stahlverbundquerschnitt und für den östlichen Vorlandbereich ein Spannbetonquerschnitt gewählt. Als innovatives Konstruktionsmerkmal zur Aufnahme des großen Stützmoments ist der in Zugund Rahmenstiele aufgelöste Querschnitt im Bereich des Strompfeilers hervorzuheben. Betongelenke verbinden die Rahmenstiele mit dem Gründungskörper. Dieser hochbeanspruchte Bereich um das „Auge" wurde als Verbundkonstruktion ausgeführt. Dabei sind die druckbeanspruchten Stiele und Knotenbereiche mit hochfestem Beton verfüllt worden. Aus ästhetischer Sicht ist die Ausformung der aufgelösten Voute besonders gelungen. Als innovativ sind der Einsatz von selbstverdichtendem Beton im Bereich des Strompfeilers sowie der Einsatz von externer Vorspannung in Verbundüberbau oberhalb des „Auges" hervorzuheben. Hierzu wurden umfangreiche Insitu-Versuche durchgeführt.
Der Deutsche Brückenbaupreis wird von der Bundesingenieurkammer (BIngK) und der Verband Beratender Ingenieure VBI alle zwei Jahre vergeben, um den Beitrag der Ingenieure zur Baukultur stärker ins öffentliche Bewusstsein zu rücken. Der Preis dient der Auszeichnung kreativer Ingenieurleistungen in der Königsdisziplin des Ingenieurbaus. Mit den Preisträgern erlebten rund 1.300 Gäste die feierliche Verleihung des Deutschen Brückenbaupreises 2010 im Audimax der TU Dresden.
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